Donnerstag, 24. April 2014

Welttag des Buches: Im Fenster zwischen Büchern und Handtaschen

Gestern hatte ich ein sehr schönes Stadterlebnis in der eigenen Stadt und das kam durch den Welttag des Buches. Diesen konnte ich in diesem Jahr sowohl als Zuhörerin wie auch als Vorleserin gestalten. Um kurz vor zwölf kam ich mit den Kollegen der Autorengruppe "Literatur zur Werkzeit" im Buchladen am Markt an http://www.buchladenammarkt.de. Im Schaufenster auf kleiner Empore stand ein schöner weißer Sessel. Er würde eines jeden Leseplatz sein. Die Buchhandlung war Licht durchflutet und bald auch durchflutet auch von einer ansehnlichen Gruppe Lauschwilliger. Nach einem wilden Tripp in der Kalesche mit Katharina Eismann, fernwehschönen Gedichten von Gisela Wölbert, poetischen Frühlingsironien von Johann Kneißl und einem Romanausschnitt von Leo Pinkerton las ich dort den ersten Teil meiner Erzählung "Das Etui". Es gefiel mir, wieder einzutauchen in diese fiktive Zugfahrt, die so gut zum luftiglockeren Vormai passt. Und es folgten uns tatsächlich gespannte Zuhörer Richtung Koffer Roth http://www.koffer-roth.de, wo es weiterging. Diesmal durfte ich zwischen der neusten Sommertaschenkollektion in einem bequemen Fauteuil Platz nehmen. Gefährlich natürlich, wie leicht könnte da die Hand zum Taschenkauf ausrutschen. Zumal wir Damen vom Geschäftsführer persönlich noch mit weißen Rosen gewürdigt wurden. Ich fand es super spannend, der Melodie der eigenen Worte über den Marktplatz zu folgen und durch die Fensterscheibe zu sehen, wie das Gelesene wirkte. 




Nach einer mittäglichen Stärkung in der griechischen Taverne am Wilhelmsplatz ging es dann mit einem frischen Text, den noch niemand gehört hatte, in die Frankfurter Straße zum Café Don Pedro. Dort traf ich meine Mitleserinnen Leo Pinkerton und Sylvia Beiser von der Stadtbibliothek . Leo las aus ihrem Romandebüt, Frau Beiser einen Text über den Stadtschreiberpreis. Wir saßen dazu auf einem marokkanisch anmutenden halbrunden Holzbänkchen in fast gleißendem Nachmittagslicht und es war interessant zu sehen, wie auch unbedarfte Passanten ihre Schritte verlangsamten, ein paar Worte im Gehen aufschnappten. 

Danach ging ich als Zuhörerin weiter durch die Stadt, deren Straßen bis zum Abend durchflattert wurden von schönen Worten und bevölkert von Buchstabensüchtigen. Zufällig vernahm ich vor der Steinmetz'schen Buchhandlung http://www.steinmetz-buch.de ironisch schöne und zeitweise schmerzvoll dahintropfende Poesie von Safiye Can. Natürlich musste der frisch ausgepackte Gedichtband "Rose & Nachtigall" von ihr in meine Hände übergehen. http://www.groessenwahn-verlag.de



Mit den letzten Sonnenstrahlen traf ich in der Stadtbibliothek ein, wo ich dem sanft spanisch eingetöntem Deutsch von Rosa Ribas folgte und ihren Ausführungen darüber lauschte, warum ihre in Frankfurt spielenden Krimis auch in Spanien erfolgreich seien. Man erhalte durch sie ein kleines messerscharfes Abbild einer anderen Gesellschaft, einer anderen Kultur. Ja, da stimmt wohl, dachte ich und nahm mir den Krimi "Kalter Main" mit, der mich ja vielleicht mit den Gepflogenheiten auf der anderen Mainseite vertrauter machen kann...(das schreibe ich natürlich mit einem klitzekleinen Augenzwinkern...)









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