Freitag, 8. Mai 2015

Weinseelig im Hermannseck: Neue Fixpunkte im Offenbacher Senefelder Quartier

Durch diese eher ruhige Offenbacher Wohngegend zwischen Bahndamm und Klinikum weht ein frischer Wind – nicht zuletzt durch die Umgestaltung des alten MAN Roland-Geländes. Die Mieter in der ehemaligen Hassia-Schuhfabrik bezeichnen die Riesenpfütze auf der gegenüberliegenden Baustelle zwar im Moment noch scherzhaft als ihr „Schwimmbad“. Aber die Veränderungen scheinen zu inspirieren. So fand kürzlich auf dem Gelände der ehemaligen Hassia der erste Urban Food Market statt. Dabei konnte der Regen die Besucherströme auch nicht allzu sehr eindämmen. An der Rückseite des Fabrikgeländes waren allerhand Holzbuden aufgebaut, die mit veganem oder zumindest handgekochtem Streetfood auftischten. Es gab Craft Beer mit Honig, köstliche portugiesische Pastais de Nata oder Preiselbeerkonfitüre von Baltique (mit Beeren aus dem Spessart) und natürlich Burger & Chips von Burgermeister. 

Wenn es nicht in Strömen geregnet hätte, wäre ich dort wahrscheinlich nicht mehr weggekommen. Aber so ging ich mit meinem Begleiter zurück zum Auto, Richtung Hermannstraße. Und ich traute meinen Augen kaum, was sich da im Ecklokal Hermannstraße 2 getan hatte: Durch die großen Fenster beim ehemaligen „Hermannseck“ (einer berühmt berüchtigte Kneipe der alte Offebächer) sah ich auserlesene Weinflaschen blitzen, einen goldenen Kronleuchter und einladende Tischlein. Obendrein warb dazu die Aufschrift: „Alpine Weine und Schmankerl“. Schnurstracks begab ich mich zur Eingangstür, die der frischgebackene Betreiber Karl-Martin Theobald gerade schließen wollte. Als er sah, dass wir neugierig waren, bat er uns herein und kredenzte uns einen wunderbaren Grünen Veltliner vom Traditionsweingut Hiedler aus Langenlois, dem wir nicht widerstehen konnten. So saßen wir bei Walzerklängen und bestem österreichischen Wein und blickten hinüber auf die Großbaustelle am MAN-Gelände. Herr Theobald hat 12 Jahre in Wien gelebt, bevor er zurück kam, ins von ihm geliebte Offenbach. Na, wenn das kein Kompliment ist! 





Ein Fläschchen kam mit nach Hause und es wird sicher nicht das letzte gewesen sein. Denn immer von Donnerstag bis Sonntag ist hier geöffnet und außerdem gibt es regelmäßige Veranstaltungen im Kaffee- und Weinhaus. Welch eine Verbesserung zum alten Hermannseck!


 







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