Donnerstag, 17. Januar 2013

Im Atelier der Stadtzeichnerin

Die Malerin und Filmemacherin Leonore Poth hat ihr Atelier in einem großen alten Wohn- und Geschäftshaus der Jahrhundertwende in der Niddastraße. Großer Torbogen. Dann fünfter Stock oder so. Ich war ganz außer Puste. Es ist das einzige Haus in der Niddastraße, das ich kenne. Habe dort im vierten Stock jahrelang die Kobra gemacht oder den Hund - in den Yogakursen des dortigen Instituts. 



Die Malerin zeichnet unter anderem Stadtansichten von Frankfurt und Offenbach. Sehr spezielle Stadtansichten von Straßen und Ecken, die nicht unbedingt in Postkartengesicht haben. Eigentlich sind es nur ein paar Striche in Pastellblau- oder braun- die richtigen Striche. Solche Ansichten sind typisch für Offenbach: Ein Gründerzeitaltbau neben einer Baulücke, im Hintergrund die mittelblauen Balkone eines Wohnblocks aus den Siebzigern. 










Diese Ansichten in einem Format von 70 x 50 Zentimetern liegen ausgebreitet auf einem großen Tisch im großen Flur.  Am besten gefallen mir eine Zeichnung vom Offenbacher Bahnhof und eine von einer Baulücke in der Geleitsstraße. Beide zeigen die Stadt in ihrer immer währenden Unfertigkeit. Diese Zeichnungen sind nicht im herkömmlichen Sinne schön, aber sie berühren, verletzen fast in ihrer Spitzheit, tun weh wie das Anschauen dieser Silhouetten einem manchmal wehtut. Leonore Poth malt solche Zeichnungen auch von Frankfurt. Vielleicht sind diese Ansichten typisch für deutsche, kriegsverletzte Städte. Mir fällt mein anderes Bild ein, dass ich zuhause habe. Ich habe es vor zwei Jahren ersteigert. Es zeigt einen Wohnblock in der Inheider Straße und ist von einem Frankfurter Maler.

Ich habe große Lust, eine Sammlung zu beginnen von solchen Stadtansichten. Mal schauen, welches Bild von Leonore Poth in diese Sammlung gelangt.




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