Dienstag, 31. Juli 2012

Einunddreißigster Juli Neunuhrneun

Ich versuche nichts zwischen meine Gedanken und meine zwanzig Zeilen kommen zu lassen. Das ist schwierig. Denn inzwischen habe ich eine Zeitung gekauft, mit der Kioskfrau gesprochen und den Briefkasten geleert. 


Im Park ließ ich mich heute gleich von den kleinen Entchen ablenken. Sie sind so unglaublich klein und flauschig. Sie wirkten so wasserfest - wie sie gerade vor mir in den Teich flüchteten. Der Reiher stand auch bei Ihnen, silbern und ernst, wie ein Relikt aus alten Märchen und Sagen. Er scheint hier zu wohnen. Im Winter habe ich ihn oft gesehen. Ich ging dann schnell weiter, um mein Pensum an Schritten zu absolvieren. 


Auf dem Rückweg, an meinem Lieblingsplatz, machte ich eine kleine Entdeckung. Auf der rechten Parkbank leuchtete ein Karton hohes C und zwei halb gefüllte Becher. Im Mülleimer daneben lag eine offensichtlich nicht mehr gebrauchte Jeans. Vielleicht hatten diese Dinge nichts miteinander zu tun. Vielleicht aber hatte hier auch ein nächtliches Rendezvous stattgefunden. Es scheint kein romantisches gewesen zu sein. Das könnte der Anfang einer Liebesgeschichte sein, einer bitterbösen. Mit Rotwein oder Champagner wäre das sicher ganz anders ausgegangen, als mit hohem C.




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