Freitag, 7. September 2012

Siebter September Neunuhrfünfundvierzig

Die Morgenluft ist schon so kühl, dass man eine Jacke braucht. Und ich habe noch gar keine Lust auf Winter und Weihnachten. Ja, aber das kommt. Schneller als einem lieb ist. 

Zum ersten Mal werden meine schnellen Schritte heute am Ende des Parks gestoppt. An dem kleinen, niedlichen Häuschen an der Stadtgrenze gegenüber dem Trafohäuschen. Ich stelle mir immer vor, darin ein winziges Kaffeehaus einzurichten, mit selbst gebackenem Kuchen und Sitzplätzen im Freien. Und schon oft habe ich mich gefragt, zu was es wohl dient und wer es nutzt. Denn es gibt eine Eisentür mit Griff, der von außen nicht zu öffnen ist.


Heute also denke ich, ich traue meinen Augen nicht, als ein Mann eiligen Schrittes durch diese Tür hinein in das Häuschen schlüpft. Während er drin ist, mache ich schnell ein Foto des Häuschens, in der Hoffnung, dass er während des Auslösens wieder herauskommt. Aber, es dauert eine Weile, bis er wieder erscheint. 

Ich halte mich abseits, um zu sehen, wo her hineilt. Auffällig ist sein dunkelblauer Pullover mit einem zarten türkisfarbenen Streifen - exakt in der Farbe der Straßenbahnen. Tatsächlich. Er wendet seine Schritte zur Endhaltestelle an der Stadtgrenze und löst einen anderen Mann im dunkelblauen Pullover ab. 

Sollte das niedliche Häuschen, das ein Überbleibsel aus der Epoche des Jugenstils sein mag, tatsächlich dem profanen Zweck eines Klohäuschens für Straßenbahnschaffner dienen? Die würden sicher auch gern immer mal einen guten Kaffee trinken und ein Stück meines selbst gebackenen Kuchens essen, denke ich und laufe weiter Richtung Allee, die im Herbst so schön ist, dass es mich ganz andächtig macht. 




Ich beobachte bunte Kinder, die durch den Baumkronentunnel der Platanen auf mich zukommen und eine Frau mit einem Beagle. Es ist Astrid Merger, die Offenbacher Modedesignerin. Ich freue mich, sie zu sehen und wir laufen gemeinsam zurück. An der Betonbrücke führt uns Beagle-Hündin Chira ein kleines Kunststück vor, springt auf den Podest und tänzelt über die Brücke. Sehr süß. 



Kommentare:

  1. Ja, es riecht schon richtig herbstlich. Das ist mir neulich beim Laufen aufgefallen. Das Licht ist ganz anders, die Luft morgens richtig kühle und "crispy". Ich mag diese Zeit sehr - zumindest, solange es dabei sonnig und noch lange hell ist. Ich käme Dich in Deinem kleinen Café unbedingt besuchen!!

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