Mittwoch, 12. September 2012

Zwölfter September Zehnuhrelf

Also Herbst. Nicht mehr einfach rausspringen im leichten Hemdchen. Die Kleidung muss bedacht werden. Auch das sizilianische Regencape reicht nicht aus heute. Die Luft aber ist schön, duftet wunderbar würzig, nach Wald und Erde schon am Eingang des Parks. Gleich links glitzern mir hellgrüne Stachelbällchen, wehrhaft umhüllte Maronen entgegen. Alles glänzt und blitzt nach dem Regen. Die verschiedenen Grüntöne der Blätter nehmen mich gefangen. Und da, ein leiser Schreck lässt mich meine Schritte anhalten, entdecke ich den Graureiher, direkt vor mir am Teich. Auch er zuckt und blickt in meine Richtung. Der scheue Gast hat mich bemerkt und wird sofort auffliegen, wenn ich näher komme. Also mache ich so heimlich und leise, wie es geht, ein Bild von ihm. 



 


Der Graureiher erinnert mich, ähnlich wie die Kastanien an eine längst vergessene, ja verwunschene Welt. Jane Eyre und Mr. Rochester könnten hier gleich des Weges kommen mit einem großen irischen Wolfshund. Ähnlich geheimnisvoll wirkt heute morgen der ganze Park - die Natur scheint zu flüstern. Ich nehme den Weg zum  runden Springbrunnen nach rechts, Richtung Tempelchen. Diese Ecke ist sehr romantisch und passt zu meinen inneren Bildern. Auf dem Rückweg entdecke ich einen verzauberten Baum und beschließe dem Garten noch einen Besuch abzustatten. Ein paar frische Kräuter könnten einen guten Tee geben.

Als ich dort bin, wird mir klar, dass die Tomaten, Paprika und Kürbisse wohl so schnell keine Sonne mehr sehen werden und ich pflücke alles, was einigermaßen reif aussieht ab. Eine schöne kleine Ernte, die mich über die Woche bringen wird.


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