Donnerstag, 2. August 2012

Zweiter August Achtuhrdreiundfünfzig

Heute schreibe ich direkt in die Tastatur meines Notebooks und direkt ins Blogformat, ohne den Umweg über die Handschrift. Mal sehen, ob das anders ist. Ich glaube ja, dass der Gedankenfluss über das Schreiben mit der Hand stärker angeregt wird. Außerdem stirbt die Handschrift aus und da muss man doch ein bisschen dagegen ankämpfen, zumal, wenn man in einer Stadt lebt, wo Typografie und Schrift so eine Bedeutung haben wie in Offenbach und noch dazu in einer Straße wohnt, wo Rudolf Koch, der Erfinder vieler heute noch gängiger Schriften, gewohnt hat. Wohl in der Nummer 29.


Genau auf der Terrasse dieses schönen Jugendstilhauses von 1902 durften wir gestern Abend auf der Terrasse sitzen. Die Nacht war hell und verging im Flug, bei Wein und Urlaubsgeschichten. Das alles trefflich untermalt vom süßen Duft aus den langen Kelchen der Trompetenbäume. Es war eine seltsam stille Nacht, fast lauschig, wie sie hier selten geworden sind.

Derweil spielt sich hier vor meinem Fenster schon so einiges ab. Der Wind schiebt Wolken über das Blau. Die blonde Nachbarin versucht, ihre winzigen Dackelhunde auszuführen, doch wie üblich verheddern sich ihre Leinen und sie muss sie entwirren. Der Postbote hält vor dem Haus Nummer elf gegenüber. Und auch ich muss mich ranhalten, denn mittags steht eine Fahrt nach Frankfurt an. 


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